Hitze und Trockenheit – Auswirkungen auf Weinreben

Green, orange, red, many vineyard rows during autumn, summer, fall in Virginia countryside, mountain hills – © ablokhin / fotolia.com

 

Hitze und Trockenheit sind derzeit omnipräsentes Thema. Nicht nur für zahlreiche Menschen bedeutet das Wetter eine große Belastung. Auch Umwelt und Landwirtschaft werden vor eine enorme Herausforderung gestellt. Vielerorts ist Waldbrandgefahr ausgerufen worden und stellt eine akute Gefahr dar. Für all diejenigen, die Lebensmittel anbauen, erfordern Hitze und Trockenheit ebenfalls eine große Umstellung. Zahlreiche heimische Obstsorten konnten bereits sehr früh geerntet werden. Fäule und Ausfälle durch Schädlinge blieb aus, da es mangels Feuchtigkeit schlichtweg keine übermäßigen Populationen und somit auch keinen Befall gab. Was sich zunächst recht positiv anhört, hat aber auch eine Kehrseite. So ist beispielsweise die Kirschernte drei Wochen als üblich beendet. Getreide verdorrt flächendeckend auf den Feldern, da hier nicht ausreichend bewässert werden kann. Auch die Weinbauern müssen angesichts Hitze und Trockenheit umdenken.

Risiken für die Weinreben – Extremfälle

Für Weinreben bedeuten Hitze und Trockenheit auch immer Stress. Denn das Wachstum der Trauben kann je nach Rebsorte verlangsamt werden. Auch die Fotosynthese wird beeinträchtigt, wodurch die Umwandlung von Zucker problematisch wird. Schon häufiger wurde von Winzern beobachtet, dass einige Rebsorten Anpassungsstrategien fahren, wenn die Wetterverhältnisse über einen längeren Zeitraum ungewohnt extrem sind. Schließlich hat es einen guten Grund, warum nicht jede Rebsorte in jedem beliebigen Weinbaugebiet angepflanzt werden kann bzw. sollte. Sowohl Wetter- als auch Klimaverhältnisse sollten stimmen. Pflanzen versuchen eine Austrocknung dadurch zu verhindern, dass sie Verdunstung durch die Blätter unterbinden. Hierdurch kann es zu Verstopfung der Pflanzengefäße kommen. Somit wird die Versorgung der Rebe durch die Wurzeln abgeschnitten. Das Resultat: Der Rebstock stirbt schlimmstenfalls ab. Sogenannte Trockenstresssymptome sind beispielsweise in Form von gelben Blättern zu beobachten.

Gemäßigte Warmwetterverhältnisse für gute Erträge

Welche Auswirkungen Hitze und Trockenheit auf die Weinlese hat, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hier sind Zeitpunkt des Beginns der extremen Wetterverhältnisse, Dauer und Intensität entscheidend. Falls es recht früh im Jahr zu Wassermangel kommt, bildet der Rebstock weniger Beeren aus. Bei späterem Wassermangel reifen die Weintrauben nicht zu vollem Gewicht. Es kommt also zu Ernteausfällen oder geringerem Ertrag. Bei langanhaltender Hitze und Trockenheit ist ein Qualitätsverlust zu erwarten. Gibt es hingegen immer mal wieder Regen bei anhaltenden wärmeren Temperaturen, schlägt das Winzerherz höher. Unter diesen Umständen reifen die Weintrauben hervorragend und können ihr Aroma optimal ausbilden. „Gemäßigt“ ist das Stichwort in Hinblick auf Hitze und Trockenheit. Gerade für Trauben, die sich durch hohen Zuckergehalt und niedrige Säure auszeichnen, herrschen somit ideale Bedingungen.

Frankenwein Jahrgang 2018 – Aussichten auf frühe Ernte

Vielleicht habt ihr es schon in der ein oder anderen Zeitung gelesen. Ernteausfälle sind derzeit bei Winzern noch nicht zu befürchten. Ganz im Gegenteil hoffen viele Winzer auf einen absoluten Spitzenjahrgang. Dank des warmen, ausgedehnten Sommers erwarten wir als Winzer hohe Mostgewichte: Viel Zucker erlaubt uns den Ausbau von intensiven Weinen mit hohem Alkoholgehalt. Bereits im August werden dieses Jahr die ersten Weintrauben geerntet. So früh wie noch nie. Somit könnte der Jahrgang 2018 in die Geschichte der Weinbauern eingehen. Zumindest lautet so die aktuelle Prognose des Deutschen Weininstituts in Bodenheim bei Mainz. In allen deutschen Weinbaugebieten sei nach aktuellem Stand das Wachstum der Trauben um zwei Wochen dem Durchschnittsjahr voraus.

Hitze und Trockenheit – die nächsten Wochen entscheiden über Qualität des Jahrgangs

Ob die Weinlese für den Jahrgang 2018 historisch sein wird, lässt sich aber noch nicht mit Sicherheit sagen. Die kommenden Wochen – die letzten vor der frühen Weinlese – sind entscheidend. Denn trotz der derzeit guten Entwicklung hoffen auch wir Winzer auf ein wenig Regen. Die Weintrauben benötigen Feuchtigkeit, um die für den Geschmack entscheidenden Mineralstoffe auszubilden. Aber so viel sei gesagt: Die Voraussetzungen für einen Spitzenjahrgang sind gegeben. Drückt uns die Daumen, dass uns Hitze und Trockenheit wohlgesonnen sind. Wir freuen uns auf wunderbare Frankenweine mit einem breiten Aromenspektrum.

 

 

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